# 5 Kollmann´s Corner: Alternative Sitzmöglichkeiten

Sitzball & Co – Wie sie das passende Sitzutensil finden

 

Oft können Rückenschmerzen durch eine Fehlhaltung am Arbeitsplatz hervorgerufen werden. Im schlimmsten Falle lösen die Verspannungen chronische Schmerzen aus, die nur sehr schwer zu behandeln sind.

Alternative Sitzplatzgestaltung kann daher Rückenschmerzen vorbeugen und sogar kreativer machen.

In unserem Blog Artikel im März wurde bereits ein Praxisbeispiel zur Stehpult- Arbeit vorgestellt [HIER geht’s zum Artikel].

Neben diesen alternativen Möglichkeiten finden sich viele weitere Sitzutensilien, die uns die Arbeit angenehmer machen sollen.

Von Stehpulten über Sitzkissen, Keilkissen und Sitzbällen, findet man für den größeren Geldbeutel auch ergonomische Büromöbel oder ganze Bürokonzepte.

Woher kommt der Drang nach Bewegung und Abwechslung am Arbeitsplatz?

Ein sitzender Mensch hätte in der Vergangenheit sicher keine Tiere erlegt und die Familie ernährt. Sein Körper war nicht darauf ausgelegt, still zu sitzen, sondern musste lange Strecken zu Fuß zurückzulegen und in Bewegung sein.

Evolutionär auf Bewegung ausgelegt, haben wir heute den Supermarkt direkt um die Ecke, nutzen Fahrstühle und legen kurze Strecken mit dem Auto zurück.

Früher wären wir mit diesem Aktivitätsniveau sicher verhungert. Unsere Aktivitäten haben sich der Schnelllebigkeit unseres Zeitalters angepasst, jedoch nicht unsere Biologie an unseren Alltag. Diese ist immer noch auf das Überleben „programmiert“.

Was bedeutet das für unseren Alltag im Büro?

Bei einer lang anhaltenden Sitzposition sendet der Körper Signale ans Gehirn, die Sitzposition  automatisch zu verändern.

Werden diese Signale durch konzentriertes Arbeiten oder Stress „überhört“, so können der Schmerz und die Verspannung allerdings bleiben.

Dies führt zu einem rückenschmerzbegleiteten Arbeiten und jeder rückenschmerzgeplagte hat sicherlich schon nach der Einen oder Anderen Möglichkeit gesucht, seine Sitzposition so angenehm wie möglich zu gestalten.

„Alles Leben ist Bewegung“- Leonardo da Vinci

Sitzball:

Ein Sitzball fordert die Rückenmuskulatur enorm und ist kein Einstiegsmodell für Menschen, die bisher nur an den Stuhl gebunden waren.

Er eignet sich allerdings optimal für bewegte Pausen und sollte während der Arbeit zunächst in kleinen „Dosen“ von 10-15 min täglich eingesetzt werden.

Stehpult:

Ein  höhenverstellbares Pult für das Arbeiten sowohl im Stehen als auch im Sitzen eröffnet eine dynamische Arbeitsweise und ist zudem für Kreativköpfe bestens geeignet. Durch die verschiedenen Haltungsmöglichkeiten, kann sich jeder einzelne je nach Empfinden und Stimmung in seinem Büro kreativ ausleben. Denn Kreativität findet immer dann statt, wenn man sich in seinem Umfeld auch wohlfühlen kann. Das Büro gehört ebenfalls zu solch einem Umfeld.

Ergonomische Sitzlösungen:

Bürostühle oder Bürohockervarianten gibt es genügend auf dem Markt. Für eine Sitz –und Kaufempfehlung sollten Sie im besten Fall Rücksprache mit ihrem Orthopäden halten. Nicht jede Neigung muss für sie geeignet sein, auch wenn Studien und Marketing der Sitzmöbelhersteller scheinbar Bände sprechen.

Jeder Rücken ist anatomisch so individuell, dass eine allgemeine Empfehlung hierbei nicht möglich ist.

 

Entscheidend beim Kauf eines neuen Utensils ist, dass es auf die Dauer der sitzenden Tätigkeit hin ausgelegt ist:

Arbeite ich überwiegend im Sitzen, so kann ein ergonomischer Stuhl oder ein Sitzkissen eine gute Alternative darstellen.

Ein Sitzball sollte in dem Fall nur als Bewegungspause eingesetzt werden.

Wechsele ich zwischen sitzender und stehender Tätigkeit, so sollte auf die richtige Einstellung der Büromöbel geachtet werden. Ein Sitzkissen zur Ergänzung und Haltungsverbesserung, kann hierbei ausreichend sein.

Ausschließlich stehendes Arbeiten stellt eine grundlegende Veränderung der Arbeitsplatzgestaltung dar. Wenn Sie gerne und viel in Bewegung sein wollen, so ist die Variante sicherlich angenehmer, als der Bürostuhl.

Seien Sie aber darauf vorbereitet, dass sich das wohltuende Gefühl im Rücken erst nach ein paar Wochen der Gewöhnung einstellen wird. So müssen sich Muskulatur und Bänder nämlich erst auf die neue Aufgabe einstellen.

Sie „arbeiten“ nämlich dann viel mehr, als sie es vermutlich bisher mussten.

Geben Sie, egal für welche Variante sie sich entscheiden, auch einmal ein bisschen „Arbeit“ an die Muskeln ab und fordern sie ihren Körper durch eine veränderte Sitz- und/oder Stehposition.

Ihr Rücken wird begeistert sein…

 

Ihre

Alice Kollmann

 

 

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