Von den Superreichen lernen: Umgang mit Fehlern ist Erfolgsfaktor

Wir wissen zwar, dass immer weniger Menschen immer mehr besitzen – nicht aber, wie Superreiche zu ihrem Superreichtum kommen. Rainer Zitelmanns befragte in seinem Buch „Psychologie der Superreichen“ 45 Großvermögende zu den Eigenschaften hinter ihrem Erfolgshunger und fand heraus, dass gesunder Optimismus, Verkaufstalent und eine gewisse Risikobereitschaft zu den wichtigsten Faktoren gehören. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg der Superreichen ist ihr Umgang mit Rückschlägen und Fehlern.

Jeder, der ein Unternehmen führt weiß: Egal wie steil der Weg zum Erfolg ist, er führt zwischendurch auch durch tiefe Täler und katastrophale Krisen. Zitelmanns Studie zeigte, dass Superreiche den Kopf auf drei Arten über Wasser halten, wenn Land unter ist.

Erstens hat sie die Erfahrung mindestens einer existenziellen Krise gelehrt, dass man leckende Schiffe am besten mit kühlem Kopf steuert. Die meisten Interviewpartner führten ihre große Gelassenheit auf ihren Optimismus zurück. Die Ruhe gab ihnen die Kraft, in schweren Momenten offen mit Partnern und Investoren zu kommunizieren. Diese wiederum belohnten die Ehrlichkeit mit Vertrauen, und hielten die Treue bis nach der Krise. Einer der Unternehmer geriet einst z.B. bei knapp 80 Gläubigern in Zahlungsverzug. Weil er seine Situation aber jedem Einzelnen gegenüber transparent offenlegte, hielten sie zu ihm, bis die Durststrecke überwunden war.

Zweitens suchen Superreiche die Fehler bei sich selbst, während viele Menschen die Schuld für eine Misere auf andere abwälzen. Grund dafür ist ihr starker Drang danach, die Zügel selbst in der Hand zu halten. Das Konzept der Eigenverantwortlichkeit erlaubt es, den Erfolg auf die eigenen Leistungen zurückzuführen. Das heißt im Umkehrschluss, dass man die Ursachen für Misserfolge ebenso bei sich selbst suchen muss. Andererseits kann man die eigenen Fehler mitunter am besten verzeihen und abhaken.

Drittens verstehen es Superreiche, aus diesen Fehlern die richtigen Schlüsse zu ziehen. Die Unternehmensforschung bezeichnet diese Fähigkeit als Handlungsorientierung nach Misserfolgserlebnissen. Eine Studie der Psychologen Sigrun Göbel und Michael Frese aus dem Jahr 1999 zeigte, dass dieser einsichtige Blick nach vorn direkt mit unternehmerischem Erfolg zusammenhängt. Einer der Befragten berichtete z.B. davon, wie seine IT-Firma einst beinahe an den Anforderungen eines Kunden gescheitert wäre. Die entwickelte Software wurde der Größe des Betriebs nicht gerecht, musste aufwändig angepasst werden und riss die Firma in eine insgesamt zweijährige Krise. Die Mühe zahlte sich aus: Das exzellent überarbeitete Produkt verhalf beiden Parteien zu großem Erfolg.

Versuchen wir doch im Umgang mit Fehlern etwas von den Superreichen zu lernen – es scheint ja zu funktionieren.

Axel Hamann

Ihr Best Practice Institute Team

https://www.best-practice-institute.com

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