Was ist eigentlich ein MOOC?

Der Begriff MOOC ist in der Bildungslandschaft mittlerweile sehr bekannt.

Die Abkürzung MOOC steht für Massive Open Online Course. Dabei handelt es sich um einen Online-Kurs auf akademischem Niveau, der an festgelegten Terminen über mehrere Wochen stattfindet. Gemäß Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist das Recht auf Bildung ein Menschenrecht. Dennoch werden viele Menschen darin eingeschränkt, beispielsweise durch den Numerus Clausus an Hochschulen oder durch den finanziellen Aufwand eines Studiums.

MOOCs berücksichtigen diesen Zwiespalt und bieten einen kostenlosen und globalen Zugang zu Hochschulwissen an, sogar mit der Option einen Abschluss zu machen. Bekannte Professoren vermitteln die Inhalte in 10- bis 30-minütigen Videomitschnitten, die per Stream in einem bestimmten Zeitraum abrufbar sind.

Es gibt unterschiedliche Stimmen zum MOOC Angebot. Befürworter loben den einfachen und kostenlosen Zugang zur Bildung, der durch MOOCs ermöglicht wird. Gegner kritisieren, dass MOOCs nur schlecht gemachte Videos von Präsenzvorlesungen sind und kaum der zielgerichteten Wissensvermittlungen dienen. Auch die hohe Abbrecherquote ist ein häufiges Argument gegen die MOOCs.

Welche MOOC-Varianten gibt es?

cMOOC

Bei konstruktivistischen („connectivism“) MOOCs beteiligen sich die Teilnehmer, indem sie selbst Inhalte erstellen.

xMOOC

„Extension“ MOOCs ähneln Vorlesungen und haben ihren Ursprung in

aufgezeichneten Vorlesungen, die hinterher online gestellt wurden.

bMOOC

Die „blended“ MOOCs verbinden geschlossene Präsenzveranstaltungen mit einem offenen Teilnehmerkreis, der nicht der geschlossenen Gruppe zugehörig ist.

smOOC

Die „small OOCs“ sind offene Online-Kurse, die seminarähnlich konzipiert sind und aus einer kleinen Teilnehmerzahl bestehen.

SPOC

Self-Paced Online Course ermöglichen eine höhere Flexibilität. Sowohl das Lerntempo als auch der Einstiegszeitpunkt können von den Teilnehmern selbst gewählt werden.

DOCC

Distributed open collaborative courses liegt ein verteilter Lernplan zu Grunde, der nicht zentralisiert ist. Das Erlangen von Wissen soll durch die verteilte Expertise aller Teilnehmer erreicht und nicht nur von ein oder zwei Individuen getragen werden.

MOOCs erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit. Mittlerweile sind rund 5,5 Millionen Menschen bei einem der vielen MOOC-Anbieter registriert. Bekannte kommerzielle MOOC-Plattformen sind Coursera, edX oder Udacity. Sie haben zahlreiche Online-Kurse renommierter Universitäten im Programm.

In Deutschland sind vor allem die MOOC-Portale von Iversity, OpenCourseWorld und openHPI auf dem Vormarsch. Einige deutsche Hochschulen bieten mittlerweile ebenfalls Videos ihrer Vorlesungen und Seminare in deutscher Sprache an.

Jedoch ersetzen MOOCs, zumindest bisher, kein gesamtes Studium. In der Regel erhalten Absolventen ein Zertifikat, die Studienleistungen lassen sich aber nur selten auf ein Studium anrechnen. MOOCs sind freiwillig und völlig flexibel. Niemand ist gezwungen, die Fragen zu beantworten oder den ganzen Kurs zu absolvieren. Für viele Menschen, die sich weiterbilden oder an einer Vorlesung der großen Eliteunis teilnehmen möchten, können MOOCs sehr interessant sein. Überall auf der Welt können Interessierte einer Vorlesung folgen. Hochschulbildung ist durch die MOOCs nicht nur den Studenten mit Hochschulreife vorbehalten. Jeder der möchte, kann sich für einen MOOC einschreiben und ein Zertifikat erwerben.

Axel Hamann

https://www.best-practice-institute.com

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