#19 Kollmann´s Corner: Frische Luft

Was frische Luft für unseren Alltag im Büro bedeutet

 „Off’nes Fenster Tag und Nacht, hat manchem schon viel Heil gebracht.“ – Alter Spruch –

Der eine friert und stört sich weniger an der verbrauchten Luft, der andere braucht ständig frische Luft und hat die Hände mehr am Fenstergriff als an der Tastatur. Sicher haben Sie auch einige Kollegen, auf die das zutrifft.

Persönliche Faktoren, wie die Konstitution, das Geschlecht oder die Kleidung eines Menschen werden uns immer im Weg stehen, wenn die leidige Diskussion um die optimale Raumtemperatur wieder aufkommt. 80% der Büroarbeiter sind mit der Temperatur an ihrem Arbeitsplatz unzufrieden. Dass es dabei zu handfesten Streitereien kommen kann, fällt mir nicht schwer zu glauben.

Aber obwohl die Bestimmungen von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin klare Vorgaben zur Temperatur und der Dauer des Stoßlüftens in jeder Jahreszeit geben, möchte ich Ihnen aus gesundheitlicher Sicht aufzeigen, was frische Luft für unseren Büroalltag bedeutet.

Eine zu hohe Konzentration an Kohlendioxid in der Luft macht uns müde und bereitet auf Dauer Kopfschmerzen. Je mehr Kollegen mit mir das Büro teilen, desto „dünner“ wird die Luft. Wenig Sauerstoff in der Luft, bedeutet auch wenig Aufnahme von Sauerstoff, welcher potentiell zu den Organen transportiert werden kann. Das Gehirn wird mangelversorgt, die Haut leidet darunter und wir atmen flacher. Natürlich verspürt man nach einiger Zeit dann einen Kopfschmerz, ein Hautjucken, oder trockene Schleimhäute.

Frische Luft sorgt für höhere Sauerstoffkonzentration im Blut. Das regt den Kreislauf sowie die Durchblutung der Lunge an und senkt die Konzentration der Entzündungsmarker im Körper. Wenn man nicht nur das Fenster öffnet, sondern auch einen Teil seiner Mittagspause an der frischen Luft verbringt, ist die Konzentrationsfähigkeit danach deutlich erhöht, das Immunsystem wurde trainiert und die Abwehrmechanismen für die Schleimhäute wurden gestärkt, was bei der nächsten Erkältungswelle von Vorteil ist.

Frische Luft allein kann zwar nicht schlauer machen, aber das in der Luft enthaltene Bakterium Mycobacterium vaccae regt offenbar das Wachstum einiger Nervenzellen im Gehirn an, welche den Serotoninspiegel erhöhen können. Das bedeutet, man ist weniger ängstlich und Lernprozesse im Gehirn können gefördert werden. Bisher wurde das nur an Mäusen erforscht, aber es liegt nahe, dass ähnliche Prozesse auch im menschlichen Hirn stattfinden.

Der alte Spruch zu Anfang dieses Beitrages, beinhaltet also viel Wahrheit. Wenn Sie bisher schon Fan des Stoßlüftens waren, können Sie vielleicht Ihre weniger begeisterten Kollegen nun mehr von frischer Luft überzeugen. Wenn Sie bisher eher der Fan von verbrauchter Luft waren, haben Sie mit diesem Beitrag möglicherweise etwas mehr Verständnis für die Menschen, denen frische Luft einfach gut tut.

Alice Kollmann

Ihr Best Practice Institute Team

http://www.best-practice-institute.com

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