Konkurrenz oder Kollege? Die Anstifter und BPI im Interview – Teil 1

Freitag morgen, kurz vor 9 Uhr. Etwas nervös schaue ich aus dem Bürofenster. Gleich kommt Alex Schwarz vorbei, Geschäftsführer der „Anstifter“ (www.akademie-web.de), für ein Interview zwischen Konkurrenten oder unter Kollegen – je nachdem aus welcher Sicht man darauf schaut. Nach einem kurzen Telefonat vor einer Woche, hatte ich mich entschieden, dass wir Kollegen sind.

Franzi von den Anstiftern führt uns durch das Interview:

Franzi: Ihr seid beide Chefs von Trainingsunternehmen, erklärt doch einmal kurz, was eure Schwerpunkte sind – was macht ihr eigentlich?

Alex: Bei uns sind es vor allem die Führungsbausteine. wir setzen sehr auf Nachhaltigkeit und unterstützen Unternehmen dabei, dass die Ziele dann durch die Führungskräfte über die Mitarbeiter im Verkauf und Vertrieb in die Umsetzung kommen.

Axel: Geht’s da dann um ein einzelnes Training oder sind es Bausteine über mehrere Monate?

Alex: Wir sind Konzeptdealer! Bei uns gibt’s wenige Tagestrainings. Wenn ein Kunde uns kommt und uns seine Ziele nennt, erstellen wir ein Konzept dafür. Und das kann dann aus vier oder auch aus 30 Trainingstagen bestehen. Das kommt u.a. darauf an, wie viele Mitarbeiter das Unternehmen hat und wie leicht oder schwer das Ziel zu erreichen ist.

Axel: Und nehmen das die Auftraggeber so an?

Alex: Ja! Wir geben ihnen ja auch eine Garantie für die Umsetzung und nehmen uns gegenseitig in die Verpflichtung, die Ziele dann auch gemeinsam umzusetzen und hinterlegen eine Zielsetzung für die Kunden, die messbar ist.

Ich habe in einer Zeit angefangen, in der man so „rumtrainiert“ hat. „Hier, ich mach mal ein bisschen Inhalte, Spiele machen wir auch noch, dann schreib ich noch was aufs Flipchart, super!“ – Ich glaub die Zeiten sind vorbei. Der Kunde will heute wissen: Was macht der Trainer da, was haben wir davon, wie geht das und wie lange dauert das? Das Ganze hat viel mehr Anspruch bekommen – was gut so ist.

Alex: Und welche sind Eure Schwerpunkte, Axel?

Axel: Wir machen Schulungen und Trainings für Einkauf und Vertrieb – also für beide Seiten des Verhandlungstisches.

Alex: Und was siehst du als Eure größte Herausforderung?

Axel: Bei uns ist das Thema „Langfristigkeit“ noch etwas zu schwach ausgeprägt. Kunden wollen oft kurzfristig Trainings buchen, wie z.B. Verhandlungstrainings, wenn die Jahresendverhandlungen anstehen. Das passiert oft auch regelmäßig, die mittel- oder langfristige Planung von Weiterbildungskonzepten ist aber bisher nicht so gut umzusetzen, weil die Kunden in unserem Bereich bisher noch nicht auf solche mittel- bis langfristigen Konzepte setzen wollen, obwohl das sehr sinnvoll wäre.

Franzi: Wie seid ihr eigentlich Trainer geworden? 

Alex: Ich hab’s früher in der Schule ja gehasst, Vorträge vor Leuten halten zu müssen, mir wurde aber schon immer prophezeit, dass ich sowas auch später beruflich machen würde. Über eine Führungsposition bin ich dann an eine Trainerausbildung gekommen und ich habe gemerkt: Da habeich Lust zu, da geht was. Ich habe dann mein Team trainiert und wollte auch meine Trainertätigkeit ausbauen, habe dann aber gemerkt, dass ich nicht beidem gleichzeitig, meiner Führungsposition und meiner Trainertätigkeit, gerecht werden kann. Also habe ich mich mit 25 selbständig gemacht. Dann hatte ich das Glück, Frank zu treffen. So kam es zu den Anstiftern!

Wie war’s bei Dir, Axel?

Axel: Ich habe da tatsächlich nicht so einen geradlinigen Weg wie Du! Ich habe früher mal Chemie studiert und als Laborleiter gearbeitet. Nach einiger Zeit stand ich vor der Frage, ob ich das mein Leben lang machen möchte, mich das glücklich macht und mich jeden Tag zum Aufstehen bringt: Und die Antwort war nein. Ich habe Chemie studiert, weil ich die Welt verstehen wollte. Beruflich wollte ich aber Herausforderungen in anderen Bereichen. Dann hatte ich diesen Traum, Unternehmensberater zu werden, das fand ich faszinierend. Ich wollte Probleme lösen, Unternehmen mit einem neutralen Blick helfen und Lösungen finden. Aber wenn man als Unternehmensberater durch die Tür kommt, wird man oft kritisch beäugt. Wenn ich mich als Trainer vorstelle, wird es wesentlich einfacher, weil ich eher als Partner gesehen werde. Mein Ziel ist es, den Mitarbeitern/ Unternehmen nachhaltig zu helfen und Lösungen zu finden. Das kann ich besser als Trainer.

Franzi: Ihr habt vor unserem Gespräch schon kurz miteinander gequatscht – auch über eure Arbeit. Was beeindruckt euch bisher an der Arbeit des anderen am meisten?

Alex: Axel ist da, wo Frank und ich langfristig hinwollen: Mehr Zeit für die strategische Ausrichtung des Unternehmens zu haben und weniger selbst vor Ort bei Trainings eingebunden zu sein. Das imponiert mir sehr, dass er das geschafft hat.

Axel: Wobei ich kein klassischer Trainer bin, ich mache das ab und zu und nur bei wenigen Themengebieten. Ich komme ja nicht aus dem Bereich und wir mussten uns deshalb von Anfang an Trainer suchen.

Franzi: Und was imponiert Dir, Axel?

Axel: Zwei Dinge: Zum einen den Punkt, dass ihr die Trainer in euren Konzepten ausbildet – das würde ich bei BPI nicht komplett so machen, aber gerne bei gewissen Standards. Also zu sagen: „Diese Dinge sind BPI-Knowhow oder so sieht der BPI-Weg dafür aus.“ Da sind wir zum Teil auch dran mit unseren gamifizierten Trainings oder der Leadership-Toolbox. Das andere ist: Ihr vermarktet euch online sehr gut. Das gefällt mir.

Alex: Oh, danke. Das ist schön zu hören!

Franzi: Aber ihr habt auch viele Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel bei der Trainerauswahl, oder?

Axel: (lacht) Also ich glaube wir haben Trainer und Mitarbeiter, die alle ein bisschen besonders sind und nirgends richtig reinpassen. Aber alle mit einem Gewissen Antlitz von Genie.

Alex: Ja, schön gesagt, wie bei uns! Wir sind alle Anstifter! 

Franzi: Ja, ich sehe schon, das kommt mir alles sehr bekannt vor…

Wir hoffen, die Zeit bis zum Teil 2 im nächsten Newsletter wird nicht zu lang,

Franziska Bährle, Silas Gottwald, Alex Schwarz und Axel Hamann

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