Diese Megatrends sollten wir uns merken

Dass Fachkräftemangel und Digitalisierung Unternehmer auch 2020 beschäftigen werden, liegt auf der Hand. Aber es gibt weitere Megatrends, die Manager unbedingt auf dem Schirm haben sollten. Die Forscher und Berater des Zukunftsinstituts haben insgesamt zwölf Megatrends ermittelt, die zu umwälzenden Veränderungen unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens führen werden. Fünf dieser Trends stuft Trendforscher Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts, für Unternehmen in den 2020-er Jahren als besonders wichtig ein: Individualisierung, Silver Society, Konnektivität, Neo-Ökologie und Wissenskultur.

Individualisierung

Individualisierung wird aktuell eher kritisch gesehen und negativ als Vereinzelung oder Ich-Bezogenheit interpretiert. Nach Einschätzung des Zukunftsinstituts zeichnet sich allerdings auf diesem Gebiet ein Wandel ab. Der Community-Gedanke und kollektive Intelligenz sollen demnach eine neue Wir-Kultur schaffen, die sich auch auf die Zusammenarbeit in Teams auswirken. Kollaboration und Kooperationen gewinnen an Bedeutung und erfordern einen anderen Führungsstil. Das führt zu einer Vielzahl neuer Führungsansätze, die ihre Wurzeln überwiegend im Silicon Valley haben. Dazu zählt zum Beispiel Super Leadership, geteilte und verteilte Führung, agile Führungsansätze, aber auch systemische, virtuelle und digitale Führung.

Silver Society

Unsere Gesellschaft wir immer älter. So ist die Lebenserwartung bei Jungen und Mädchen laut der Sterbetafel 2016/2018 gegenüber der letzten Berechnung erneut gestiegen. Demnach werden Mädchen, die hierzulande zur Welt kommen, im Schnitt 83,3 Jahre alt. Jungen erreichen ein Alter von 78,5 Jahren. Für Unternehmen bedeutet dies, dass ihre Konsumenten immer älter werden. Aber Arbeitgeber sollten auch das Potenzial älterer Arbeitnehmer mit ihrem Erfahrungswissen nicht unterschätzen. Dass die stetig wachsende Gruppe der Älteren infolge des demografischen Wandels eine immer größere Rolle spielen wird, meint auch Sabine Schröder-Kunz. Daher empfiehlt die Springer-Autorin im Buchkapitel „Verschiedene Alter gut (zusammen)führen“, ältere Arbeitnehmer möglichst lange im Betrieb zu halten. Sie sieht bei diesem Thema großen Handlungsbedarf, da viele ältere Beschäftigte lieber früher in Rente gehen wollen, sofern dies finanziell möglich ist.

Konnektivität

Das Prinzip der Vernetzung hat bereits viele Lebensbereiche durchdrungen. Digitale Kommunikationstechnologien kommen beruflich wie privat zum Einsatz. Unternehmen wie Menschen brauchen daher neue Netzwerkkompetenzen. Daraus entstehen andere Verhaltensmuster, sind die Trendforscher überzeugt. Mit den entsprechenden technischen Tools ließe sich zudem die Effizienz in Unternehmen steigern. „Organisationen brauchen eine Kultur der Konnektivität: Sie müssen wie Netzwerke operieren, um so hochflexibel auf das hochvernetzte Umfeld reagieren zu können“, fordert gar Springer-Autor Martin Pätzold im Buchkapitel „Kultur der Konnektivität“. Vernetzung meint hier Verknüpfung mit Kooperationspartnern weltweit. Dies erfordere jedoch auch eine gewisse Offenheit der Strukturen. Statische Managementstrukturen eignen sich dafür nur bedingt und sollten durch agile Organisationsformen mit flacheren Hierarchien ersetzt werden, um die schnellen Veränderungen des Marktes reagieren zu können.

Neo-Ökologie

Märkte und Produkte werden Bio und grün. Der Klimawandel, die Energiewende, aber auch Regelungen wie die EU-Plastikverordnung dringen in alle Lebensbereiche ein. Das veränderte Konsumverhalten der Neo-Ökologie hat Konsequenzen für die Unternehmensstrategie. Corporate Social Responsibility, Nachhaltigkeit und Purpose, also ein Zweck, werden für Firmen immer wichtiger. Sie stehen vor der Herausforderung, nachhaltiges Management zu etablieren, so Marco Englert in „Road to Excellence: Potenzial des Sustainable Management im 21. Jahrhundert“. Dabei gelte es, die drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales gleichermaßen zu berücksichtigen, so der Springer-Autor weiter. Mit einem sorgfältigen und schonenden Umgang mit den vorhandenen Ressourcen ließen sich dann nicht nur Kosten reduzieren, sondern ein unternehmerisches nachhaltiges Handeln wirke sich auch positiv auf das Image aus.

Wissenskultur

In der VUCA-Welt muss Wissen ständig erneuert und geteilt werden. Lebenslanges Lernen bestimmt Organisationen und wird zur Kernkompetenz von Mitarbeitern. So können Unternehmen agiler auf Veränderungen reagieren. Aber auch die Soft Skills gewinnen an Bedeutung. „Das Wissensmanagement der Zukunft […] wird die Handlungsfähigkeit von agilen Organisationen in einer hyperkompetitiven „VUCA“-Umwelt (volatile, uncertain, complex, ambiguous) unterstützen müssen“. So sehen es Klaus North und Ronald Maier in dem Artikel „Wissen 4.0 – Wissensmanagement im digitalen Wandel“. Auch aus operativer Perspektive müsse die optimale Nutzung von Wissen für das aktuelle Geschäft sichergestellt und aus strategischer Perspektive das Wissen und die Lernfähigkeit für das zukünftige Geschäft entwickelt werden.

Axel Hamann

Ihr Best Practice Institute Team

https://www.best-practice-institute.com

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