Etwas Positives an der Pandemie-Krise

Das Thema Digitalisierung steht schon seit Jahren auf der Agenda, für fast alle Unternehmen. Ein bisschen digital wurden wir auch über die Jahre, aber ganz langsam.

Dann brach das Coronavirus über uns herein. Im Lockdown und mit Social Distancing arbeiten viele Deutsche nun von Zuhause aus. Dies gelingt allerdings nur durch einen höheren Grad der Digitalisierung – so ist Corona auch das digitalisierende Virus.

Dazu wurde die technische Infrastruktur aufgebaut, so das überhaupt digital gearbeitet werden konnte. Es wurden VPN-Tunnel eingerichtet, Bürotelefone datenschutzkonform auf Handys umgeleitet, die Internet-Kapazität vergrößert. Es fanden Schulungen für Videokonferenz-Tools statt. Innerhalb von Wochen wurde erzwungen was vorher seit Jahren nicht vorankam. Und plötzlich arbeitet Bürodeutschland mit zigtausenden Angestellten digital. Es holpert hier und da noch etwas, aber das Zwischenergebnis lautet: es geht doch.

Die Pandemie ist ein Turbo für die Digitalisierung – auch bei der Weiterbildung. Die technologische Entwicklung bietet hier die Möglichkeit, neue Weiterbildungsformen und -instrumente zu entwickeln. Mobile Arbeitsformen und Arbeit aus dem Homeoffice haben die Akzeptanz erheblich verbessert, diese Produkte zu nutzen.

Die deutschen Firmen investieren 33,5 Milliarden Euro in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Zugleich setzen Unternehmen immer stärker auf neue, digitale Lernformate, wie die aktuelle Weiterbildungserhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt.85 Prozent der rund 1.700 befragten Unternehmen bilden ihre Angestellten weiter – im Durchschnitt mehr als 17 Stunden pro Jahr und Mitarbeiter. Beispiele dafür sind digitale Lernplattformen, von denen Lerninhalte, wie z.B. Videosequenzen von Beschäftigten im Arbeitsprozess von mobilen Endgeräten abgerufen werden können. Ein Schlüsselfaktor ist dabei auch die Integration verschiedener Lernformen und die Ansprache unterschiedlicher Sinneskanäle (Audio, Video, Feedback-Systeme). Auch die Entwicklung virtueller Umgebungen, die Arbeitsabläufe simulieren und unmittelbar Feedback leisten, wird als sehr zukunftsträchtig eingeschätzt. Es ist zu erwarten, dass digitale Bildungsangebote in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen und immer häufiger auch in Präsenzformate integriert werden.

Es bleibt aber auch noch viel zu tun – besonders im Blick auf Schule und Hochschule: Schulen und staatliche Hochschulen sollten in der Fläche digitale Lehrangebote schaffen. Das Verschieben oder Ausfallenlassen von Semestern oder Schulstunden ist keine Alternative. Perspektivisch geht es um eine Erweiterung der Lehrangebote und das Kreieren neuer digitaler Weiterbildungsmöglichkeiten. Dorothee Bär sprach schon im November 2018 davon, dass Deutschland eine Krisenmentalität braucht, um die Digitalisierungs-Lücke zu schließen.

Nun ist eine echte Krise da. Jetzt gilt es auch dort, mutig zu handeln.

Axel Hamann

https://www.best-practice-institute.com

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