Und dann mal schnell Führungskraft werden…

Es ist bemerkenswert wie ungeplant es vielerorts bei der Besetzung von Leitungsposten zugeht. Darauf deutet eine neue Umfrage der Stellenbörse StepStone unter knapp 2000 Führungskräften hin. Demnach gaben 15% der befragten Führungskräfte an, dass sie auf ihre neue Rolle vorbereitet worden sind. 35% haben nie ein Training erhalten. Viele neue Chefs fühlen sich ins kalte Wasser geworfen.

Diese Zahlen sind nicht repräsentativ, aber sie decken sich mit den Ergebnissen anderer Untersuchungen, die ähnlich desaströse Zustände belegen. Der Verband für Fach und Führungskräfte stellte 2014 an der Umfrage unter 1000 Chefs fest, dass sich nur jeder Dritte auf seine Aufgabe gut vorbereitet fühle.

Der Rollenwechsel zur Führungskraft fällt vielen schwer. Wie geht man mit den Mitarbeitern um, die bis eben gleichberechtigte Kollegen waren? Manche versuchen die alte Vertrautheit einfach beizubehalten und wundern sich über die Reserviertheit ihrer Kollegen. Andere verfallen ins Gegenteil: kontrollieren bis ins Kleinste und müssen sich von ihrem Team anhören, dass man im neuen Chef nicht mehr den Kollegen von einst erkenne.

Erstaunlicherweise fällt eine Sache den Chefinnen und Chefs besonders schwer: wie sie ihre Mitarbeiter loben. Ein Lob geht nicht leicht von den Lippen und von einem Chef klingt es schnell wie eine leere Phrase oder gönnerhaft. Manche Vorgesetzte denken wiederum es untergrabe ihre Autorität und Übersehen dabei das eben nicht nur das Geld ist das Mitarbeiter motiviert.

Der kanadische Lehrer Laurence Peter formulierte Ende der 60er Jahre ein Beförderungsprinzip das verlässlich verhindere, dass die geeigneten Kandidaten nach oben rücken. Befördert wird wer in seinem bisherigen Job eine gute Figur gemacht hat, obwohl er vielleicht für den nächsten gar nicht die Voraussetzungen mitbringt. Ein guter Sachbearbeiter ist noch kein guter Abteilungsleiter. Peter hat seine Überlegungen zur tendenziellen Inkompetenz von Chefs eher satirisch gemeint. Aber ein Team um den US-amerikanischen Arbeitsökonomen Alan Benson fand in einer großen Studie tatsächlich Hinweise auf das vielbeschworene „Peter Prinzip“.

Die Forscher werteten die Daten aus, die ihnen ein Anbieter einer Abrechnungssoftware für Verkaufsmitarbeiter zur Verfügung stellte. Sie umfasste die Angaben von mehr als 50.000 Beschäftigten aus verschiedenen Branchen und Unternehmen in den USA. Und tatsächlich: in eine Chefposition rutschen vor allem diejenigen, die vorher gute Verkaufszahlen geliefert hatten. Als Chefs bewiesen sie nicht unbedingt ein glückliches Händchen: ein ehemals guter Verkäufer an der Spitze eines Teams lässt die Absatzzahlen seine Untergebenen sogar eher sinken.

Eine Führungskraft sollte vor allem eine Eigenschaft mitbringen: sie muss gut auf Menschen zugehen können. Und das können sowohl die Stillen als auch die Extrovertierten. Eine gute Führungskraft ist gesprächig, einnehmend und authentisch.

Mit maßgeschneiderten Seminaren, Coachings oder Führungskräfte-Entwicklungskonzepten helfen wir Ihnen dabei, ihre Eigenschaften und Fähigkeiten als Führungskraft zu entwickeln und in der Chef-Rolle anzukommen.

Viel Spaß beim nächsten Training,

Axel Hamann

www.best-practice-institute.com

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